Geh, so weit das Auge sieht. Und wenn du dort bist, siehst du weiter...

Categories

mehr

Meta



Gratis bloggen bei
myblog.de





 

Zeit zum Nachdenken

Es sind Ferien, die erste aufregende, schöne Woche ist herum und ich bin jetzt hier alleine.
Die Gedanken, die mich schon seit einiger Zeit unterschwellig in eine gewisse Unruhe versetzten, kommen ans Tageslicht.
Wo bin ich gerade?
Was will ich?
Wer bin ich?
Ist der Weg, den ich gehe, der Weg, den ich gehen will? Gäbe es Alternativen?

Das Blöde ist, dass ich auf all diese Antworten gerade keine sichere Antwort geben kann. Ich fühle mich hier in der neuen Wohnung sehr wohl. Auch mein Kollegium an der neuen Schule ist klasse. Mit der Arbeit an sich fühle ich mich aber oft überfordert. Während andere Kollegen super engagiert noch locker am Nachmittag irgendwelche tollen Aktionen planen, bin ich total platt vom normalen Alltag ohne irgendwelche Extras.
Ist das bloß das Anfängerdasein?
Oder mangelnde Begabung?
Vielleicht auch nur die falsche Schulform. Immerhin habe ich im Prinzip etwas ganz anderes gelernt.
Ginge es mir besser, wenn ich am Ende des Jahres wieder zurück an meine alte Schulform gehen könnte?

Das führt direkt zum Thema "was will ich?". Ich weiß ja nicht einmal, was ich nicht will. Außer vielleicht diese Unruhe. Die nervt langsam echt.
"Ruhe finden" war heute das Schlagwort in der Kirche.
Vielleicht ist es das, was ich will.
Aber wie erreiche ich das?
Ich weiß, wo ich es momentan am besten erreiche.
In Gesellschaft meiner Freunde und auf Konzerten. Aber das ist ja auch keine Dauerlösung. Bis zu einem gewissen Maße sind solche Auszeiten notwendig und wichtig, aber man kann ja nicht von Auszeit zu Auszeit leben und sich dazwischen nicht wohl ud ständig unter Spannung fühlen.
Wie kriege ich es hin, auch Ruhe in meinen Alltag zu bringen? Irgendwie mal wieder bei mir selbst anzukommen?
Dazu muss ich wissen, wer ich eigentlich bin.

Aber auch das ist so eine Sache.
Auf der einen Seite bin ich noch eher jugendlich-ausgelassen-albern.
Auf der anderen Seite sprechen mein Alter und die Anforderungen im Beruf eine ganz andere Sprache, nämlich "Werde erwachsen!".
Ich habe aber das Gefühl, dafür noch gar nicht bereit zu sein. Klar bin ich nicht immer nur albern und hibbelig. Das nicht.
Ich kann schon ernst sein und kriege die grundsätzlichen Dinge des Lebens auch ganz gut geregelt. Besser, als ich es manchmal selbst denke.
Allerdings habe ich auch immer noch Menschen, die mir helfen, wenn's mal mit irgendwas eng wird. Eltern genannt.
Ich kenne viele Menschen, die im gleichen Alter sind wie ich und viel mehr im Erwachsensein angekommen sind.
Heiraten, Familie und Hausbau planen... das ist für die ganz normal.
Für mich nicht. Noch nicht? Kommt das irgendwann?
Und wenn ja, kann ich dann bleiben, wie ich bin oder muss ich dann doch "richtig" erwachsen werden?

Irgendwie treibe ich gerade in unruhigen Gewässern.
Was kommt in nächster Zeit auf mich zu?
Ziehe ich mit meinem Freund zusammen oder findet er irgendwo einen Job, der das dann aufgrund der Entfernung unmöglich macht?
Komme ich mit meiner neuen Klasse und den Aufgaben als Klassenlehrerin zurecht?
Wie entscheide ich mich in Bezug auf meine Zukunft?
Wo verschlägt es mich hin?
Finde ich doch noch die Aufgabe, bei der ich meine stärksten Fähigkeiten, die an der jetzigen Arbeitsstelle nur am Rande gefordert sind, ganz einsetzen kann?
Gibt es diese Aufgabe überhaupt?

Ruhe finden. Ich hoffe, ich schaffe das in diesen Ferien zumindest bedingt, damit ich danach mit neuer Kraft in das neue Schuljahr starten kann. Und dann sehen, was mein WEg für mich bereithält. Welche Abzweigungen ich nehmen kann. Welche Rastplätze sich bieten.
Und zumindest zwischendurch mal ankommen.
Auch, wenn es danach weitergeht.

nachdenkliches Huhn am 6.7.08 14:55

Letzte Einträge: Eben gefunden..., Weiter geht's... Lampe, die Zweite, Lampe, die dritte: q.e.d., Immer wieder sonntags..., Da staunt der Laie..., No comment...

Werbung


bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


isch (7.7.08 13:19)
erwachsen werden kommt von alleine. Und sich Gedanken darüber zu machen zeugt doch auch schon von erwachsen werden.
Das unsinnigste was man machen kann ist zu sagen "so, jetzt bin ich erwachsen". Und nur noch zu versuchen vernünftig zu sein.
Und was die Anforderungen angeht: In einiger Zeit wirst du staunen, wie leicht dir manche Sachen fallen, von denen du jetzt denkst, dass du sie nie könntest. Man wächst mit seinen Aufgaben!

Ich finde dich in Ordnung, so wie du bist. Du bist du, mit allen deinen Stärken und Schwächen, die zu dir gehören, und die dich ausmachen. Und so wie du bist, bin ich froh, dass ich dich zu meinen Freundinnen zählen darf! *knuddel*


SuZi (7.7.08 13:32)
Ich kann teilweise nachvollziehen wie du dich fühlst. Leute die gleich alt sind machen ganz andere Sachen als man selbst. Die Wege sind total unterschiedlich geworden. Für die sind Dinge wie Heirat, Hausbau und Kinder wichtig. Da denk ich nicht mal im Traum dran! Ich studiere und haben dadurch mehr "Freiheiten" als die, die arbeiten. Dadurch wirken sie auch "erwachsener".
Aber vielleicht will ich ja gar nicht erwachsen sein. Irgendwann muss ich das eh sein. Und wenns so weit ist, komm ich ja nicht aus.

Kopf hoch! Du kriegst das schon hin!


Yeti (8.7.08 09:14)
Was finden alle immer so toll am Erwachsenwerden? Mal ehrlich, als Kind war das Leben doch viel schöner! Sollte man sich da nicht einfach freuen, wenn man sich das Kindliche noch ein bisschen länger bewahren kann? Ich mein, du kriegst alles hin, was du möchtest. Was spricht dagegen sich hin und wieder Hilfe zu holen? Es ist doch auch schonmal gut zu wissen, wo man die Hilfe herbekommen kann. Auf Biegen und Brechen erwachsen sein zu wollen bringt in meinen Augen nichts.
Letztens hab ich den Satz gehört: "Ich hab mir vorgenommen etwas erwachsener zu wirken!" das finde ich albern. Das bedeutet ja nur, dass man nicht mehr so ganz man selber ist. Und wo ist da der Sinn? Wieso soll man für andere "erwachsen und vernünftig" wirken? Das wichtigste ist doch, dass man sich selber in seiner Haut wohl fühlt und einfach man selber ist.
(Und überhaupt, du denkst nicht ans Heiraten??? Was war denn dann im November in Hannover? )
*knuddel*
Ich find dich toll so wie du bist!


Ursel / Website (13.7.08 22:16)
"Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein mensch." (Erich Kästner)

Du erinnerst Dich? Du schriebst diesen Satz mir in meinen Blog, als ich die selben Fragen aufwarf. mit 33.
Das wirkliche Erwachsen-sein ist m. E. eine mischung: "Erwachsen sein", also vernünftig, planerisch, umsichtig, verantwortungsvoll dort, wo nötig: Im Beruf, mit Kindern, in Freundschaften, im Umgang mit den eigenen möglichkeiten. Und genau bei letzterem liegt der Knackpunkt: Die eigenen möglichkeiten bleiben nur dann breit und gesund, wenn man zwischendurch auch wieder Kind ist. In Konzerten gelegentlich zum Teenager werden kann. Im WiseGuys-T-Shirt rumlaufen. Wie ein Kind im PHL staunen (das sind einige meiner möglichkeiten.)
Wirklich erwachsen ist m. E. der, der es sich zwischendurch erlaubt, Kind zu sein. Wenn es eben passt.
Das mit Hausbau und Kindern wird kommen, wenn Du es willst. Und lass Dich da nicht stressen, es muss für DICH die richtige Zeit sein. Wenn Du bist dahin noch viel "kindisches" machst, kannst Du später deinen Kindern viel mehr Freude mitgeben, weil Du weißt, wie es geht...

Du hast mir damals mit dem schlichten Zitat von Erich Kästner sehr geholfen. Vielleicht konnte ich das mit meinen vielen Worten nun auch ein wenig.
Würde Dich auch gern demnächst mal treffen, zum Quatschen.

Liebe Grüße,
Ursel