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Niemandsland

"Wie haste dich entschieden?" - So lautete einer der letzten Blogkommentare, den ich jetzt mal zu beantworten gedenke.
Die Wahrheit ist: gar nicht.
Es hat sich quasi für mich entschieden.
Ich hatte mehrere Angebote, manche konkreter, andere weniger.
Heute kam übrigens wieder eins.
Hab ich dann mal abgelehnt.
Richtig wählen konnte ich in der "heißen Phase" letztlich zwischen zwei Angeboten:

Das erste:
Stelle für 1 Jahr, komplett anderer Aufgabenbereich, Klassenlehrerfunktion, nötiger Umzug (immerhin nah an Köln )

Das zweite:
Stelle für ein halbes Jahr an "meiner" Schule, Sicherheit, bekanntes Umfeld, Team-Teaching

Was ich gewählt habe?
Das erste.
Warum?
Ich weiß es nicht.
Letztlich habe ich mich von meinem Gefühl leiten lassen. Abgesehen davon, dass 1 Jahr mir immerhin 12 Monate Sicherheit bietet, während ich bei der anderen Stelle zum Sommer wieder hätte suchen müssen (oder aber hoffen, dass die Stelle verlängert wird), sagte mein Gefühl mir einfach, dass etwas Neues dran ist.
Also alle Sicherheiten über Bord werfen, Wohnung suchen und mich in eine komplett neue Aufgabe einfinden.
Ich bin gespannt und neugierig und habe gleichzeitig auch gehörigen Respekt. Schaff ich das wirklich?
Zumal die ganze Ungewissheit der letzten Wochen deutliche Spuren an meinen Nerven und zuletzt auch an meinem Körper zurückgelassen hat.
Hexenschuss. Glatter Volltreffer (aus Sicht der Hexe).
Konnte mich absolut gar nicht mehr bewegen.
Also: erstmal einen Gang zurückschalten, ausruhen, nachdenken.
Mittlerweile geht's wieder.
Heute habe ich mir noch einen letzten Tag Ruhe vor dem Sturm gegönnt.
Ab morgen geht's dann los.
Da werde ich an der neuen Schule in der Konferenz vorgestellt.
Abends dann die tolle Zeugnisübergabefeier im Seminar.
Ein letztes Mal alle SNOKS auf einem Haufen.
Ich weiß nicht, was ich ohne dieses Trüppchen in den letzten zwei Jahren gemacht hätte.
Am Donnerstag feiere ich mit meiner Klasse Abschied in der Schule. Das wird nicht leicht. Das Team und die Klasse waren mein Zuhause in der widrigen Welt des LAA-Daseins.
Dort durfte ich ich sein. Eine gute Erfahrung, wenn von allen Seiten Ansprüche an einem zerren.
Dort hielt man zu mir und ich konnte meinen Blick auf das richten, was wirklich wichtig ist: Angenommen sein und andere annehmen. Jenseits aller Anforderungen und Noten.
Abschied nehmen und dann ab ins kalte Wasser.
Schon am Freitag ist mein erster Arbeitstag an der neuen Schule.

Diese Woche ist also ein Niemandsland.
Nicht mehr ganz hier - zumindest in Gedanken - , aber auch noch nicht weg.
Ein Loch zwischen Alt und Neu, zwischen Ende und Anfang.
Wirbel und Stillstand in einem.
Angst, Trauer, Neugier, Freude, Spannung.
Und ich mittendrin.
Manchmal kann ich nicht leugnen, dass ich mich auf ruhigere Zeiten freue.

flugbereites Huhn am 29.1.08 11:31

Letzte Einträge: Eben gefunden..., Weiter geht's... Lampe, die Zweite, Lampe, die dritte: q.e.d., Immer wieder sonntags..., Da staunt der Laie..., No comment...

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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


SuZi / Website (29.1.08 12:49)
Ich finde es toll, dass du dich für die erste Möglichkeit entschieden hast. Ich hätte wahrscheinlich die "sicherer Umgebungs"-Variante gewählt, weil ich doch ein feiger Mensch bin.
Ich wünsch dir auf jeden Fall alles Gute! Hoffentlich ist das kalte Wasser nicht zu kalt und du findest dich schnell in alles ein. Aber du machst das!


Birthe (29.1.08 16:14)
Ich wünsche dir viel Glück und Erfolg an der neuen Schule! Du schaffst das schon!


Ursel / Website (29.1.08 23:31)
Meinen Respekt!
Und alles Gute beim Neustart. Du bist flügge, nich? Du wirst es überall schaffen. Lass Dich von Deinem hervorragenden Instinkt leiten. Der hat Dich bisher immer richtig geführt.
Wenn Du wen brauchst, bin ich da. (Ich kenn mich ein wenig aus mit Niemandsländern, Umbrüchen und Löchern )

Liebe Grüße,
Serena