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Fast wie ein kleiner Türkei-Urlaub...

... war mein Besuch in einer Moschee in Wuppertal heute.
Eine Freundin hatte mich auf den Wuppertaler Integrationstag aufmerksam gemacht, in dessen Rahmen verschiedene Kulturvereine Angebote gemacht oder einen Tag der offenen Tür organisiert hatten.
Da wir das Thema "Islam" gerade im Unterricht behandeln und auch gerne mit den Schülerinnen und Schülern mal eine Moschee besuchen wollen, nutzten wir diese Gelegenheit, um uns selbst einmal ein Bild zu machen und auch Kontakte zu knüpfen.
Und ich muss sagen: es war echt toll!

Wir wurden direkt sehr freundlich aufgenommen.
Nachdem wir im Vorraum unsere Schuhe ausgezogen hatten, wurden wir durch die Moschee geführt. Alleine die Ausstattung war beeindruckend. An den Wänden waren bunt gemusterte türkische Fliesen und arabische Schriftzeichen.
Der Boden war komplett mit einem sehr weichen, warmen Teppich bedeckt.
Wir konnten alles fragen, was wir wollten.
Im Anschluss setzten wir uns in eine Ecke der Moschee und bekamen türkisches Gebäck. War sehr lecker. Ich hab irgendwie den Gesprächen zugehört (es ging um Integration der Menschen mit Migrationshintergrund und was beide Seiten tun können, um aufeinander zuzugehen) und meine Leckerchen so schnell gefuttert, dass unser Führer mich gefragt hat, ob ich noch mehr will... Irgendwie halten mich alle für gefräßig. Wieso bloß?

Na ja, danach war jedenfalls eine Gebetszeit und wir durften uns hinten in der Moschee hinsetzen und zugucken. Das war echt beeindruckend... eben ganz anders als das Beten, das man so aus dem christlichen Kontext kennt.
Nett war auch, dass der Iman mir seine Gebetskette geschenkt hat. Meine Freundin hat auch eine bekommen.
Nach dem Gebet schauten wir uns die anderen Räume des Kulturzentrums an und unterhielten uns bei einem Glas türkischem Tee mit unserem Ansprechpartner über alles Mögliche aus dem Bereich Integration und gegenseitiges Kennenlernen. Dabei vereinbarten wir auch, dass wir mit unseren Schülerinnen und Schülern vorbeikommen können und tauschten zu diesem Zweck Kontaktdaten aus.
Schon in der Moschee hatte ein anderer Mann uns eingeladen, nachher noch auf der anderen Straßenseite den türkischen Schüler- und Elternförderverein zu besuchen, der auch einen Tag der offenen Tür hatte.
Dort hatten wir ebenfalls eine sehr nette Ansprechpartnerin, mit der wir uns über die Probleme türkischer Familien und die Hilfs- und Freizeitangebote des Vereins und über unsere Erfahrungen mit türkischen Schülerinnen und Schülern unterhalten konnten.
Außerdem wurde uns von der Saz-Gruppe des Vereins noch ein kleines Konzert geboten.
Die Frau hatte wohl so Spaß an unserem Interesse, dass sie uns gar nicht mehr gehen lassen wollte.
Mit Informationsmaterial versorgt und dem Angebot, uns jederzeit wieder melden zu können, um evtl. auch etwas für unsere Schüler zu organisieren, machten wir uns schließlich auf den Weg.

Alles in allem war es ein sehr informativer Tag, der gezeigt hat, dass es sich wirklich lohnt, einmal über den eigenen kulturellen Tellerrand hinwegzuschauen und mit anderen ins Gespräch zu kommen.
Dabei stellte sich nämlich oft heraus, dass unsere Ansichten oft gar nicht so verschieden sind, wie es auf den ersten - unwissenden - Blick oft scheinen mag und man auch über die zum Teil nicht zu leugnenden großen Unterschiede hinweg eine Basis finden kann, auf der eine respektvolle Begegnung und das Lernen voneinander möglich ist.
Unser Moschee-Führer hat das so ausgedrückt: "Es ist viel besser, zu gucken, was man gemeinsam hat und dann zusammen etwas daraus zu machen."
Und unsere Ansprechpartnerin in dem Verein sagte: "Letztlich glauben wir doch an denselben Gott."
...schade, dass diese Aspekte im täglichen Leben so oft von beiden Seiten zugunsten von Vorurteilen oder sogar Hass verdrängt werden.
Für mich war der heutige Tag jedenfalls eine sehr schöne Erfahrung. Übrigens meinten alle unsere Gesprächspartner, dass interessierte Leute auch außerhalb der ausgewiesenen "Tage der offenen Tür" willkommen sind.
Daher kann ich jedem, der sich dafür interessiert, nur raten, sich einfach mal zu trauen und mal den Schritt über die Schwelle der fremden Kultur zu wagen...

Kulturhuhn am 18.11.06 20:44

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Isch (18.11.06 21:16)
Völkerverständigung. Wie schön, dass solche Begnungen möglich sind. Hoffentlich wirds mit deinen Schülern auch so erfolgreich!